Oldtimer

24 Stunden, die die Welt bedeuten – Teil 3

Posted On Juni 3, 2015 at 11:02 am by / No Comments

Fakt 13

Manchmal kann man nur noch den Kopf schütteln: Dem Ingenieur Norbert Singer ging es 1971 so, als Derek Bell ihm erzählt, er habe den Motor seines 917 im Vortraining auf der Hunaudières-Geraden bis 8.100 Touren gedreht. Singer errechnet daraus eine Geschwindigkeit von 396 km/h.

Fakt 14

Ein rosafarbener Rennwagen. Wieder gab es 1971 Kopfschütteln. Ein 917/20, auch bekannt als „die Sau“. Die Porsche Designer Anatole Lapine und Dick Söderberg zeichneten die „besten Stücke“ des Schweins ein. Die Idee dazu kam spontan, als Lapine den ausladenden Wagen sah.

Fakt 15

Technische Freiheit: 1973 schickt das Porsche Werksteam den 911 Carrera RSR 3.0 in der Prototypenklasse an den Start. In der Klasse geht es darum, Lösungen für die Zukunft zu entwickeln. Die Zukunft aus Sicht von Porsche hatte demnach zwölf Zoll breite Hinterreifen, die Bremsanlage des 917 und einen sogenannten „Maria-Stuart- Kragen“ – das ist ein Heckspoiler, der rund um den hinteren Kotflügel läuft.

Fakt 16

1974 legte Porsche den Turbo ein, und zwar mit dem 911 Carrera RSR Turbo 2.1. Es war der erste seiner Art bei den 24 Stunden von Le Mans im Rennen. Der RSR Turbo 2.1 profitierte von der in den CanAm 917 Spydern eingesetzten Turboaufladung mit abgasseitig geregeltem Ladedruck.

Fakt 17

1977: Nachdem sein Wagen mit Motorschaden streikt, wechselt Jacky Ickx kurzerhand in das Team von Jürgen Barth und Hurley Haywood, das nach dem Tausch der Benzinpumpe ans Ende der Wertung zurückgefallen war. Ickx jagt den 936 Spyder siebeneinhalb Stunden lang durch die Nacht, und als am Sonntagnachmittag der letzte Werks-Renault ausfällt, führt der Porsche mit 250 Kilometern Vorsprung. Dann ein Kolbenschaden. Die Reparatur dauert 42 Minuten, ein Zylinder wird stillgelegt – und trotzdem fährt Jürgen Barth den Wagen zum Gesamtsieg über die Ziellinie.

Fakt 18

Wasser statt Luft: 1978 bringt Porsche erstmals einen 911er mit wassergekühlten Zylinderköpfen an den Start: Moby Dick. Bei Kurzstreckenrennen bis zu 845 PS stark, wird er in Le Mans mit „nur“ 750 PS auf die Strecke geschickt, hält aber mit seinem Spitzentempo von 366 km/h gut mit den Prototypen mit. Es ist der stärkste jemals gebaute 911er, der allerdings aufgrund seines Spritverbrauchs und einiger Probleme insgesamt fast drei Stunden an der Box steht. Am Ende schafft er es auf den achten Platz.

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Porsche 911 „Moby Dick“, 1978 (Foto: Studio Orel)

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