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„Porsche hat etwas Besonderes geschaffen“

Posted On April 27, 2016 at 1:00 pm by / No Comments

Am Samstag beginnt der Porsche Tennis Grand Prix. Für den neuen WTA-Präsidenten Steve Simon hat das Turnier Vorbildcharakter. Ein Interview.

Herr Simon, seit November sind Sie WTA-Präsident. Zuvor waren Sie mehr als zehn Jahre für das Turnier in Indian Wells verantwortlich, das in der Szene als fünfter Grand Slam gilt. Was reizt Sie an Ihrer neuen Aufgabe?

Ich glaube, in der WTA steckt enormes Potenzial. Ich glaube an das Produkt und an die Athletinnen. Frauentennis ist schon jetzt die Nummer eins unter den Frauensportarten. Ich möchte unseren Sport auf ein noch höheres Level heben. 2017 beginnt ein neues Zeitalter. Wir haben dann die Chance, mit der Plattform „Perform“ Frauentennis noch besser zu präsentieren. Jedes Match wird von uns produziert und über alle erdenklichen Kanäle unser Publikum erreichen. Dazu wird es Highlight-Shows geben, Storys hinter den Kulissen, alle nur möglichen Fakten und Statistiken. Das Einzigartige an der WTA-Tour ist, dass wir fast jeden Tag Live-Inhalte bieten, 44 Wochen im Jahr. Das ist ein unschlagbares Paket.

Die WTA hat in der Vergangenheit immer wieder betont, wie wichtig Attraktivität auf dem Tenniscourt ist. Wie wichtig ist Ihnen persönlich der Glamour-Faktor?

Professioneller Sport ist Entertainment. Sehen Sie sich die Bundesliga an, die Premier League im englischen Fußball, die NHL, die Eishockey-Profiliga in den USA. Mit diesen Formaten konkurrieren wir. Und ja, wir haben attraktive Frauen, bei denen es Spaß macht zuzuschauen. Aber der Fan will einfach noch mehr. Das Publikum ist neugierig. Es will wissen, was die Spielerinnen frühstücken, welche Mode sie tragen, wie ihr Tagesablauf aussieht. Der Wettbewerb ist das eine, aber man will auch wissen, wer der Mensch hinter der Spielerin ist. Mit unserer neuen Plattform haben wir die Chance, Neugier zu wecken. Das ist entscheidend, um nicht nur den reinen Tennisfan abzuholen, sondern ein breites Publikum.

Die WTA hat in der Vergangenheit immer wieder betont, wie wichtig Attraktivität auf dem Tenniscourt ist. Wie wichtig ist Ihnen persönlich der Glamour-Faktor?

Professioneller Sport ist Entertainment. Sehen Sie sich die Bundesliga an, die Premier League im englischen Fußball, die NHL, die Eishockey-Profiliga in den USA. Mit diesen Formaten konkurrieren wir. Und ja, wir haben attraktive Frauen, bei denen es Spaß macht zuzuschauen. Aber der Fan will einfach noch mehr. Das Publikum ist neugierig. Es will wissen, was die Spielerinnen frühstücken, welche Mode sie tragen, wie ihr Tagesablauf aussieht. Der Wettbewerb ist das eine, aber man will auch wissen, wer der Mensch hinter der Spielerin ist. Mit unserer neuen Plattform haben wir die Chance, Neugier zu wecken. Das ist entscheidend, um nicht nur den reinen Tennisfan abzuholen, sondern ein breites Publikum.

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WTA-Präsident Steve Simon

Wird es leichter sein, Stars zu kreieren?

Viel leichter, weil wir die Inhalte nicht nur über die klassische lineare Form, das Fernsehen, vertreiben können. Wir werden Tennis, mehr als wir das jetzt schon tun, mithilfe unseres Netzwerks über alle möglichen Kanäle senden und viel mehr Menschen erreichen. Die Spielerinnen leben in Zeiten, in denen sie nicht mehr sagen können: Ich will niemanden in mein Privatleben lassen. Die Fans haben die Erwartung, ihre Heldinnen besser kennenzulernen. Gleichzeitig müssen wir unsere Profis schützen. Sie müssen gesund bleiben. Ich bin dafür, dass der Terminkalender entzerrt wird. Es muss Zeit zur Erholung geben. Und: Ich bin ein großer Befürworter von kombinierten Turnieren. Überall da, wo Damen und Herren zusammenspielen, ist Tennis erfolgreich.

Wie wichtig sind nationale Heldinnen für die Entwicklung von Märkten?

Sie sind extrem wichtig. Li Na hat in China einen Boom ausgelöst. Sie hat die Türen geöffnet für eine Reihe von Profis in ganz Asien – bei Damen und Herren übrigens. Es gibt mittlerweile jede Menge Turniere in China. Das Land und die Region sind in der gleichen Position wie die etablierten Tennisnationen in Europa und den USA. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann der nächste asiatische Star kommt.

Ihre neue Kampagne „Power to inspire“ verfolgt genau das Ziel – neue Stars zu kreieren. Wie wichtig ist Ihnen der Nachwuchs?

Wir haben als WTA die Verantwortung, nicht nur die höchste Ebene zu promoten und zu managen. Es ist auch unser ureigenstes Interesse, den Weg für Talente zu ebnen. Mit dem Slogan „Power to inspire“ wollen wir junge Mädchen inspirieren. Es geht um die Kraft des positiven Denkens. Wir sagen ihnen: Verfolge deine Träume. Du kannst sein, was du sein willst. Sie müssen am Ende keine Tennisprofis werden. Vielleicht gehen sie als Ärztin oder Journalistin ihren Weg. Aber sollten sie sich für Profitennis entscheiden, dann helfen wir.

Wie wird diese Kampagne umgesetzt?

Wir haben um unser WTA-Finale in Singapur das „Future Stars“-Programm etabliert. Die Mädchen, die in Singapur dabei sind und parallel zu den großen Stars spielen, haben sich über regionale Turniere qualifiziert. Es ist eine fantastische Erfahrung für sie, ihre Heldinnen aus der Nähe zu sehen und mit ihnen zu reden. Wir wollen dieses Konzept weltweit umsetzen.

Im deutschen Markt unterstützt Porsche den Nachwuchs. Inwiefern passt dies auch zu Ihrer Philosophie?

Ich war zweimal beim Porsche Tennis Grand Prix: im ersten Jahr, als das Turnier nach Stuttgart umgezogen war, und vor zwei Jahren. Es ist unglaublich, was Markus Günthardt und sein Team in dieser Zeit geleistet haben. Es ist ein Fan-Erlebnis, das für viele andere Turniere vorbildlich ist. Für mich ist Stuttgart ohne Frage ein Flaggschiff-Event der Tour und Porsche ist ein perfektes Beispiel für einen Partner, der wahrhaftig ins Tennis investiert. Es gibt eine lange Tradition. Die Liebe zum Sport ist da und das spürt man. Was das Nachwuchsteam betrifft: Es ist leicht für einen Sponsor, Geld zu geben und sich zurückzulehnen. Aber Porsche hat etwas Besonderes geschaffen, wofür wir sehr dankbar sind. Das Unternehmen ist eng mit unserem Produkt verknüpft. Porsche investiert in den Sport und bekommt durch seine erfolgreichen Spieler etwas zurück – egal, ob bei den Juniorinnen oder den etablierten Spielerinnen.

Steve Simon

Der Amerikaner ist seit dem 30. November 2015 Präsident der Vereinigung der Profi-Tennisspielerinnen WTA. Der 60-Jährige arbeitete zuvor 27 Jahre für die BNP Paribas Open in Indian Wells, seit 2004 als Turnierdirektor und Chief Operating Officer.

Simon lebt mit seiner Frau in St. Petersburg im US-Bundesstaat Florida. Er hat zwei erwachsene Kinder, die in Kalifornien leben, und eine Enkelin. 1981 trat Simon in Wimbledon im Mixed an: „Auf dem alten Court 1, mit Holzracket und weißen Bällen.“

Info

Text erstmalig erschienen im Porsche Tennis/Magazin 2016.

Text: Andrea Franicevic / Fotografie: Paul Zimmer

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