Motorsport

WEC-Vorschau Bahrain: Saisonfinale in der Wüste

Posted On November 22, 2015 at 6:00 pm by / No Comments

Mit dem Sechsstundenrennen auf dem Bahrain International Circuit geht am 21. November die Saison in der FIA Langstrecken-­Weltmeisterschaft WEC zu Ende. Porsche startet als Hersteller-Weltmeister.

Vorschau LMP1-Klasse:

Nachdem Porsche am 1. November in Shanghai den ersten Hersteller-Weltmeistertitel seit 1986 geholt hat, steht beim Finale der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC am 21. November in Bahrain noch die Entscheidung in der Fahrerwertung an. Vor dem achten und letzten Lauf haben die Porsche-Werksfahrer Timo Bernhard (DE), Brendon Hartley (NZ) und Mark Webber (AUS) 155 Punkte auf dem Konto und damit zwölf Zähler Vorsprung auf die Audi-Fahrer Marcel Fässler (CH), André Lotterer (DE) und Benoît Tréluyer (FR). Mit 113,5 Punkten und damit inzwischen ohne Titelchancen folgt auf Platz drei das zweite Porsche-Trio aus Romain Dumas (FR), Neel Jani (CH) und Marc Lieb (DE).

Auf der 5,412 Kilometer langen Formel-1-Rennstrecke in Sakhir fährt das Feld der WEC nach den Rennen in Le Mans und Austin zum dritten Mal in diesem Jahr in die Dunkelheit. Das Sechsstundenrennen wird um 15:00 Uhr Ortszeit gestartet, um 16:46 Uhr geht die Sonne unter. Weitere Herausforderungen sind die Hitze und der feine Sand in der Wüste des Königreichs.

2014 war das Rennen in Bahrain der vorletzte Saisonlauf, und dort waren zum ersten Mal beide Fahrerbesatzungen bei der Siegerehrung dabei. Dumas/Jani/Lieb waren von der Poleposition gestartet und kamen als Zweite ins Ziel. Bernhard/Hartley/Webber waren sowohl im Qualifying als auch im Rennen Dritte.

Der Porsche 919 Hybrid erzielte seit seinem Renndebüt im April 2014 sechs Siege. Fünf davon gelangen in der Saison 2015, darunter vier Doppelsiege – inklusive des Triumphs beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. In allen sieben 2015 bisher ausgetragenen WM-Läufen gehörte die erste Startreihe komplett den Porsche 919 Hybrid. Der Prototyp fungiert als Entwicklungsträger für zukünftige Sportwagentechnologie. Den Antrieb übernehmen ein Downsizing-Vierzylinder-Turbobenziner mit zwei Litern Hubraum und ein Elektromotor, der von zwei verschiedenen Energierückgewinnungssystemen (Bremsenergie von der Vorderachse und Abgasenergie) gespeist wird. In Kombination ergibt das wegweisende und in der WEC einzigartige Antriebskonzept eine Systemleistung von rund 1000 PS.

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Vorschau GT-Klasse:

Alle Titelentscheidungen in der stark besetzten und besonders hart umkämpften Klasse GTE-Pro fallen erst im letzten Saisonrennen am 21. November auf dem Bahrain International Circuit. Nach Siegen am Nürburgring, in Austin und zuletzt in Shanghai reist Porsche mit besten Meisterschaftschancen in den Wüstenstaat: Das Porsche Team Manthey, das in Bahrain zwei 470 PS starke 911 RSR einsetzt, liegt an der Spitze der Teamwertung. Richard Lietz ist Tabellenführer im FIA World Endurance Cup für GT-Piloten. Porsche ist bei den Herstellern mit vier Punkten Rückstand Zweiter. In Bahrain sind allerdings noch maximal 44 Herstellerpunkte zu holen.

Stimmen vor dem Rennen

Fritz Enzinger, Leiter LMP1: „Mit dem vorzeitigen Gewinn der für Porsche naturgemäß besonders wichtigen Herstellermeisterschaft sind wir für den Mut bei der technischen Auslegung des 919 Hybrid und für die intensive Aufbauarbeit im Team schon reich belohnt worden. Nun geht es um die Fahrer-­WM. Die Unwägbarkeiten eines Sechsstundenrennens mit dichtem Verkehr und zahllosen Überrundungen darf man niemals unterschätzen. Es ist immer ein Ritt auf der Rasierklinge. Die erste Renn-­ phase mit der tief stehenden Sonne und dann rund zwei Drittel der Renndistanz bei Dunkelheit -­ das sind in Bahrain zusätzliche Herausforderungen“

Dr. Frank-Steffen Walliser, Porsche-Motorsportchef: „Dass alle Titelentscheidungen in der Klasse GTE-­Pro erst im letzten Rennen fallen, ist ein Indiz für die Stärke und Ausgeglichenheit des Starterfeldes speziell in dieser Kategorie sowie ein Ausdruck des harten Wettbewerbs, den sich Hersteller, Fahrer und Teams die ganze Saison über geliefert haben. Mit dem Sieg in Shanghai haben wir unsere Ausgangsposition im Titelkampf weiter verbessert. In Bahrain werden wir jetzt alles daransetzen, unse-­ re Aufholjagd der zweiten Saisonhälfte zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen und alle drei Titel zu holen.“

Zahlen und Fakten

Eine Runde auf der Formel-1-Variante des Bahrain International Circuit ist 5,412 Kilometer lang, sie hat acht Rechts- und sechs Linkskurven. Die längste Gerade führt über Start-und-Ziel und misst 1,090 Kilometer.

Die 2004 fertiggestellte Strecke liegt rund 30 Kilometer außerhalb von Bahrains Hauptstadt Manama. Zum Königreich gehören über 30 Inseln im Persischen Golf. Die Fläche beträgt rund 750 Quadratkilometer; Bahrain hat knapp 1,2 Millionen Einwohner.

Der Porsche 919 Hybrid darf in Bahrain laut Reglement pro Runde höchstens 4,92 Megajoule elektrische Energie erzeugen und einsetzen. Gleichzeitig darf er maximal 1,501 kg Benzin pro Runde verbrauchen. Bei normalem Rennbetrieb (ohne Safety Car) und einem vorgeschriebenen Tankinhalt von höchstens 67,4 Litern muss er spätestens alle 31 Runden nachtanken.

Betankung und Reifenwechsel dürfen nur nacheinander durchgeführt werden. Beim Radwechsel dürfen nur zwei Mechaniker gleichzeitig arbeiten. Das dauert also viel länger als beispielsweise in der Formel 1.

Ein Fahrerwechsel wird normalerweise nur vorgenommen, wenn auch neue Reifen gebraucht werden.

Im Qualifying der WEC zählt die Durchschnittszeit der schnellsten Runden von zwei Fahrern für die Startposition.

Der Porsche 919 Hybrid hat eine Systemleistung von rund 1000 PS. Über 500 PS leistet der Zweiliter-Vierzylinder-Turbo-Benziner, mehr als 400 PS steuert der von zwei Energierückgewinnungssystemen gespeiste E-Motor bei.

Der Porsche 919 Hybrid beschleunigt in 2,0 Sekunden von 0 auf 100 km/h und in 4,5 Sekunden von 0 auf 200 km/h.

Es werden vier Sorten Michelin-Reifen gefahren: profillose Slicks für trockene Strecke, ein ebenfalls profilloser Hybrid-Reifen mit weicherer Lauffläche für gemischte Bedingungen, „Wet“ und „Full Wet“ für starken oder extremen Regen. Der „Full Wet“-Reifen kann bis zu 120 l Wasser pro Sekunde verdrängen.

Der Porsche 919 Hybrid wurde im Entwicklungszentrum der Porsche AG in Weissach konstruiert und gebaut. Dort arbeiten 230 Teammitglieder.

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